Mündliche Tradition

Die Weisheit des Enneagramms wurde traditionell – bis vor etwa 30 Jahren – nur mündlich weitergereicht.

Unser heutiger Lehrstil bedient sich einerseits der Vorteile dieser ursprünglichen Tradition, und andererseits integriert er moderne Kommunikations- und Psychologiemodelle.

Mündliche Tradition bedeutet, dass die verschiedenen Enneagramm-Typen ihre Erfahrungen im Dialog, also im mündlichen Austausch, weitergeben. Dies geschieht auf dem sogenannten „Panel„.

Hier werden mehrere VertreterInnen des gleichen Enneagramm-Typs zu verschiedenen Themen interviewt und sie teilen ihre eigenen und persönlichen Erfahrungen mit. Die Themen können die Basisthemen sein, die Unterschiede der Subtypen, die Ausprägungen der Flügel, die höhere Entwicklung, das „Festsitzen“ in alten Verhaltensautomatismen usw.

Für Beobachter ist häufig beeindruckend, welche verbindenden Lebensthemen Menschen mit dem gleichen Typmuster haben, obwohl sie sich hinsichtlich Alter, Geschlecht und Biografie unterscheiden. Bücher und theoretisches Material „über“ die Typen sind zwar als zusätzliche Unterstützung hilfreich, doch ist die Lernerfahrung für sich selber und die anderen Teilnehmer durch die mündliche Tradition lebendiger, authentischer und von Dauer.

Einen Teil der Ausbildung zum EMT-Lehrer stellt das Erlernen des Typisierens dar.

Ein Typisierungsinterview durch einen erfahrenen Enneagrammlehrer, führt meist zu einem ehrlichen und klaren Dialog mit realistischem Ergebnis. Das Interview wird in der Regel als stimulierend, auf den Interviewten zugeschnitten und interessant erlebt.